Die Pastinake (Pastinaca sativa) – auch Pastinak, Hammelmöhre, Hirschmöhre oder Moorwurzel genannt – ist ein althergebrachtes Gemüse, das hier zu Lande zugunsten von Kartoffeln und Möhren bereits im Laufe des 18. Jahrhunderts weitgehend in Vergessenheit geraten ist. Dabei wird es zu den ältesten Sammelpflanzen der eurasischen Urbevölkerung gezählt und in der Antike wurde es bei Griechen und Römern landwirtschaftlich angebaut. Man findet es vor allem in Bioläden sowie in Feinkostmärkten als Retrogemüse – dort sogar meist ganzjährig als Importware. Denn die Pastinake erfreut sich unveränderter Beliebtheit im englischsprachigen Raum – Australien, Großbritannien, Neuseeland, Südafrika und den Vereinigten Staaten. In Frankreich gilt das Wurzelgemüse als Delikatesse.
Vielfach machen Kleinkinder im zarten Babyalter die erste und für lange Zeit letzte Erfahrung mit Pastinaken. Weil sie süßlich sind, reich an Ballaststoffen und gut sättigen, aber ebenso sehr gut verträglich, sind sie beliebter Bestandteil von Babykost.

Pastinaken benötigen vergleichsweise lange bis sie erntereif sind. Die Pflanze wird 30 bis 100 cm groß. Der Stengel ist kantig und die Blätter sind gefiedert und grob gezähnt. Die Dolden sind 5 bis 15strahlig und mit gelben Blüten von Juli bis September.
Entscheidender ist jedoch die Wurzel. Sie ähnelt einem langen, spitz zulaufenden Rettich, ist weiß bis cremefarben. Je nach Sorte kann sie sogar schwerer als ein Kilogramm werden. Je kleiner Pastinaken, desto geschmacksintensiver sind sie in der Regel.

Anbau

Wer über einen eigenen Garten verfügt, kann die Pastinake – sie ist frostfest – ganzjährig in der Erde belassen und sie nur bei Bedarf frisch entnehmen. Die Wurzel schmeckt meist süßlich-nussig, kann durchaus aber auch würzig mit geringer Schärfe ausfallen. Werden Pastinaken nach dem ersten Frost geerntet, entfalten sie ihren vollen Geschmack und werden noch süßer.
Pastinaken besitzen eine gute Lagerfähigkeit. Bei 5 °C können sie etwa 10 bis 14 Tage frisch aufbewahrt werden.

Inhaltsstoffe

An Inhaltsstoffen enthalten rohe Pastinake insbesondere die Vitamine C, A, E und B (Niacin). Je nach Sorte und Standort ist sie mit 1,5 – 3,6 % reich an ätherischen Ölen, u. a. Apiol, was sich positiv auf ihren Geschmack und ihre Bekömmlichkeit auswirkt. Anders als etwa Möhren enthalten Pastinaken keine Allergene.
Sie enthalten allerdings Cumarine, die photosensibilisierende Eigenschaften besitzen, was bei starker Sonneneinstrahlung und nach übermäßigem Genuss zu Hautausschlägen führen kann.
100 g rohe Pastinake besitzen einen Nährwert von 22 kcal; sie setzt sich zusammen aus 80 g Wasser, 11,6 g Ballaststoffen, 2,9 g verwertbaren Kohlenhydraten, 1,3 g Eiweiß, 469 mg Kalium, 73 mg Phosphor, 51 mg Kalzium, 22 mg Magnesium und 8 mg Natrium.

Verwendung

Pastinakenwurzeln können fein geraspelt als Rohkost genossen werden; besonders gut passen dazu Äpfel und Möhren. Pastinaken lassen sich ebenso schonend dünsten, kochen oder rösten und frittieren. Vor der Zubreitung sollten sie mit einer Gemüsebürste unter fließendem Wasser gut gewaschen werden oder mithilfe eines Kartoffelschälers geschält werden.
Wer Pastinaken frisch erntet kann das Grün nicht nur in der Naturheilkunde verwenden, sondern ebenso in der Küche: Es erinnert an Petersilie und verliert im Gegensatz zu ihr nicht das Aroma beim Erwärmen.
In der Naturheilkunde wird als Mittel gegen Schlaflosigkeit ein Tee aus Blüten und Blättern empfohlen.